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| GESCHICHTE
- Die Vereinsgeschichte |
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Am
14. Juli 1911 trafen sich in der Gastwirtschaft Klages ("Zur Linde")
turnbegeisterte junge Menschen, um ebenso wie in den Nachbarorten einen
Turnverein zu gründen. Um die Entstehung dieses Vereins hatten
sich besonders bemüht, der Maurer Ernst Bock aus Münchehof
und Pastor Clemens. Zum ersten Vorsitzenden des Turnvereins "Einigkeit",
wie er sich nannte, wurde Pastor Clemens gewählt, Turnwart war
Ernst Bock, Schriftführer der Schneider Carl Lüders, Kassenwart
der Lehrer Friedrich Dröge und Gerätewart war Gastwirt Klages.
"Am Sonntag, dem 2.3.1913 feierte unser T. V. Einigkeit sein zweites Wintervergnügen. Der Vorsitzende, Herr Pastor Clemens, begrüßte die zahlreich Erschienenen und wünschte den Veranstaltungen einen fröhlichen, guten Verlauf. Die turnerischen Vorführungen an Reck und Barren, wie auch die Freiübungen, fanden allgemeinen Beifall. Den Schluss bildete ein Fackelreigen, der mit einer reizvollen Pyramide endete." Natürlich machte es den Turnern Spaß, wenn sie langem üben ein schwieriges Kunststück an einem der Geräte beherrschten und vorführen konnten; aber Turnen und Sport hatten damals auch die Funktion, unbedingte Disziplin und Gehorsam zu schulen. Auch dies kann man Pastor Clemens' Aufzeichnungen entnehmen: "8.3.1914. Des Turnvereins 3. Winterfest. An die nationalen Gedenktage, den 9. und 10. März anknüpfend, mahnte der Vorsitzende zu schlichter, straffer Art, zu treuem Aushalten, zur Selbstbeherrschung und willigen Unterordnung." Noch im gleichen Jahre mussten einige Turner beweisen, wie gut sie diese "Tugenden" beherrschten. Nach dem Kriege dauerte es einige Zeit, bis sich die Turner wieder zusammenfanden. Von 1920 bis 1930 leitete der Schmied Heinrich Meier den Verein. In der Sitzung des Gemeinderates vom 10.7.1926 trug Heinrich Meier folgendes Anliegen vor: "Der Turnverein stellt den Antrag, zu erwägen, ob es nicht tunlich wäre, eine Badeanstalt in hiesiger Gemeinde zu bauen und in zustimmendem Falle das Terrain zur Verfügung stellen." Ein Jahr später fasste der Rat den Beschluss, eine Badeanstalt zu bauen, allerdings sollten 1500 Mark nicht überschritten werden. Im April 1927 wurde die Schafwäsche an der Markau abgebrochen und mit dem bau des Freibades begonnen. Es wurde noch im gleichen Jahr benutzt. Zwar war das Bad primitiv und wurde schon damals den hygienischen Anforderungen nicht gerecht. Aber alle waren zufrieden und es gab in Zukunft kaum einen Kirchberger, der nicht schwimmen konnte. Und auch die Schulklassen der Nachbarorte statteten der Badeanstalt oft einen Besuch ab. Der "Aufseher" des Bades bezog 25% der Einnnahmen. Gebadet wurde von 5 bis 9 Uhr nachmittags und sonntags von 8 bis 10 Uhr, was Pastor Lohmann allerdings nicht recht war. 1928 "hat es sich als notwendig erwiesen, auch einen Bedürfnisraum (Toilette) bei der Badeanstalt zu errichten". 1933 wurde das Bad weiter verbessert. Der "Seesener Beobachter" berichtet darüber: - Kirchbergs Jugend schuf sich ein modernes Bad Schon vor mehreren Jahren hatte man die Absicht, die unbedingt notwendige Verbesserung unserer Badeanstalt vorzunehmen. Aber erst vor 14 Tagen folgten viele Freunde der Badeanstalt einem Rufe des Turnvereins und gründeten einen Ausschuss, der dem neuen Gemeinderat eine Eingabe auf Vornahme dieser Arbeiten überreichte. Nach sofortiger Einwilligung ging man an die Arbeit. Abend für Abend waren schaffenslustige junge Menschen aus allen Vereinen mit Hacke und Spaten emsig bei der Arbeit, bis das Schwimmbecken um einen Meter tiefer geschachtet war. Der Untergrund wurde betoniert. Auch hierfür wurden Anschaffungskosten herabgemindert, indem in liebenswürdiger Weise besonders Herr von Petersdorff und die Landwirte W. Bertram, W. Jahns und A. Warnecke das Heranfahren des Materials unentgeltlich führten. Ihnen gebührt herzlicher Dank Am Sonntagmorgen gingen über 30 Mann an die Hauptarbeit, die Einstampfung des Betons. Jetzt, da das Werk vollendet ist, kann und muss ein jeder seine helle Freude empfinden, wenn er sich in Kürze im perlenklaren Wasser seiner Arbeit erfreuen darf. Unser Malermeister wird, sobald das Becken abgetrocknet ist, den Wänden einen Farbanstrich geben.Die Rutschbahn, wie auch die Brause werden wieder eifrig benutzt werden. Zur Zeit ist man mit den Anpflanzungen und äußeren Anlagen beschäftigt. Alle diese Arbeiten werden freiwillig und gern ausgeführt, zum Wohle der Gemeinde, besonders aber aus Liebe zu unseren Kindern! Der Interessenausschuss will hiermit Gelegenheit nehmen, allen Helfern herzlichst zu danken. Freunde und Förderer, die nicht tätig sein konnten und dies durch Geldspenden auszugleichen gedenken, können sie dem Ausschuss überweisen. Mit dem Motto "Vereinte Kräfte führen zum Ziel!" wollen wir auch fernerhin weiterhelfen an der Gesundung unseres Volksganzen!" --- Anfang der fünfziger Jahre musste das Bad geschlossen werden, da das Baden in dem unsauberen Wasser u einer Gefahr für die Gesundheit der Benutzer geworden war. Da die Gemeinde nicht genug Geld zur Modernisierung aufbringe konnte, verfielen die Anlagen bald. Von 1930 bis 1935 war Karl Paust erster Vorsitzender. Noch immer war das Geräteturnen die einzige Sportart, die im Verein betrieben wurde. In der Zeit von 1939 bis 1946 ruhte das Vereinsleben. Nach dem Kriege waren die Fußballer die ersten, die sich unter dem Vorsitz von Heinz Greif zusammenschlossen. Sie gründeten den "Verein für Bewegungsspiele von 1947 Kirchberg". Bald darauf bildeten sich eine Damen-Handballmannschaft und eine Tischtennisgruppe und auch die Geräteturner begannen wieder sich dann zusammen im "Turn- und Sportverein Einigkeit von 1911" TSE Kirchberg. Während das allgemeine Interesse für die anderen Sportarten bald nachließ, hielten die Fußballer zusammen und kamen bald in die höchste Kreisklasse. In den fünfziger Jahren waren Paul Zinow, Werner Maibom und Pastor Rohé Vorsitzende. Eine Wiese vor dem Dorf, im ehemaligen Niederbusch, diente den Fußballern als Spielplatz, bis dem Verein vom Rittergut an der anderen Straßenseite ein Platz zur Verfügung gestellt wurde. Doch war auch dieses Fußballfeld selten trocken, fremde Mannschaften nannten es deshalb spöttisch "Sauparkstadion". Deshalb bemühten sich der Verein und der Gemeinderat um einen besseren Sportplatz. Durch Landtausch wurde nördlich der Schule ein ausreichen großes Gelände erworben und dem Verein zur Verfügung gestellt. Mit etwa 10 000 cbm Erde, die beim Bau des Autobahnzubringers angefallen waren, füllte man die Bruchwiese auf und 1969 wurde der fertige Platz dem Verein übergeben. Aus diesem Anlass wurde ein dreitägiges Dorffest gefeiert, auf dem neuen Rasen fanden Fußball-Pokalspiele statt. Im Schulgebäude waren nach Abgang der Oberstufe Räume frei geworden, in die zur gleichen Zeit eine Duschanlage und Umkleidekabinen eingebaut worden waren. In den Jahren von 1962 bis 1964 hatte Fritz Dröge den Vorsitz im Sportverein. 1964 übernahm Heinrich Schrader dieses Amt. Das 60-jährige Bestehen des Sportvereins wurde 1971 im Rahmen eines großen Zelrfestes gefeiert.
Im Jahr 2011 gab es dann noch eine Veränderung in der Breitensportabteilung zu verzeichnen. Anstatt Step-Aerobic wird der Aktualität Raum gegeben. Die neue Trendsportart „Zumba“ hält auch im TSE Einzug. Zweimal wöchentlich wird unter der Anleitung von zwei ausgebildeten Instructors getanzt. Nur durch die Bereitschaft seiner Mitglieder ehrenamtliche Arbeit zu leisten, konnten die zurückliegen- den Erfolge erreicht werden. Der TSE Kirchberg hofft auch für die Zukunft, dass dieser Gemeinschafts- sinn weiter erhalten bleibt, um so weitere gesteckte Ziele zu aller Zufriedenheit, auch über die Grenzen des Dorfes Kirchberg hinaus, zu erringen und zu bewältigen.
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